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FINANZIERUNG:
Verband: Windenergiebranche droht „Finanzierungsschock“
Die geplante EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket bringen laut Bundesverband Windenergie die Finanzierung genehmigter und bezuschlagter Projekte ins Wackeln.
Das parlamentarische Verfahren steht noch aus, doch die von der Bundesregierung beschlossenen Gesetzentwürfe sorgen nach Angaben
des Bundesverbands Windenergie (BWE) in der Bankenwelt bereits für kalte Füße. „Aus dem gesamten Bundesgebiet mehren sich
Alarmsignale, dass Banken die Finanzierung genehmigter und bezuschlagter Windenergieprojekte neu bewerten, zurückstellen oder
gänzlich entziehen“, berichtet der BWE in einer Pressemitteilung. Sollten die Pläne für EEG und Netzpaket nicht „korrigiert“
werden, rechnet die Organisation mit „erheblichen Folgen für regionale Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Klimaschutz und Energieversorgung“.
„Gesetze, die noch nicht einmal im Bundestag beraten wurden, dürfen nicht dazu führen, dass genehmigte und bezuschlagte Projekte ihre Finanzierung verlieren“, wird BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek zitiert. Die Bundesregierung müsse klarstellen, dass der Vertrauensschutz weiterhin gelte und die geplante Wirkleistungsbegrenzung nicht rückwirkend in genehmigte und bezuschlagte Projekte eingreife.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte bei der Vorstellung der Gesetzentwürfe markige Worte gewählt: „Wir beenden das EEG als Rundum-Sorglos-Paket“, so die CDU-Politikerin Ende Juli. Mit dem Netzanschlusspaket sollen aus ihrer Sicht neue Anschlüsse systemdienlich ausgelegt werden. Der Gesetzentwurf verbinde die Themen „Synchronisierung, Netzanschluss und Systemverantwortung zu einem sinnvollen Ganzen“, betonte Reiche. Juristen, die den Gesetzentwurf im Auftrag des BWE begutachteten, kamen zum Schluss, dass er verfassungswidrig sei.
Windpark-Projektierer bekämen besonders den sogenannten Redispatch-Vorbehalt zu spüren. Danach soll für neue Anlagen in kapazitätslimitierten Gebieten für bestimmte Redispatch-Maßnahmen die bisherige Entschädigung entfallen. „Wir schauen mit Sorge auf mögliche Folgewirkungen des sogenannten Redispatchvorbehalts im Netzpaket der Bundesregierung für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren“, teilt eine Sprecherin des Energiekonzerns EnBW gegenüber der Redaktion mit. „Die aktuell vorgesehene Regelung kann die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit sowohl von Wind- als auch von PV-Projekten spürbar beeinträchtigen.“
Im parlamentarischen Verfahren sollten daher insbesondere die Wechselwirkungen zwischen EEG 2027, Netzpaket und dem Regulierungsvorhaben Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) im Fokus stehen, so die EnBW-Sprecherin.„Die Kumulation von Baukostenzuschüssen, Redispatch-Risiken und weiteren Kosten wie zum Beispiel Einspeisenetzentgelten steigert die wirtschaftlichen Risiken für die Projekte und könnte einen Fadenriss beim Ausbau der Erneuerbaren verursachen“, erläutert sie.
DZ Bank: Mehr Geld für Erneuerbaren-Finanzierung
Und sie verweist darauf, dass EnBW über viele im Genehmigungsverfahren weit fortgeschrittene Projekte verfüge. „Diese Projektanzahl übersteigt aktuell die Menge dessen, was wir selbst finanzieren, bauen und in Betrieb nehmen können.“
In der Bankenwelt haben die Regierungspläne nicht überall eine Neubewertung von Projektfinanzierungen ausgelöst. „Das kann ich für uns nicht bestätigen“, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank (DZ Bank) zur Warnung des BWE. „Wir vermelden in unseren Halbjahreszahlen morgen (am 25. August, Anm. d. Redaktion) ein überdurchschnittliches Wachstum bei der Finanzierung von Erneuerbaren Energien (auch in Deutschland), und der größte Wachstumstreiber sind Windkraftanlagen.“ Die Bank, die mehrheitlich den deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken gehört, wies im Jahr 2025 ein Neukreditvolumen für Erneuerbare in Höhe von 1,7 Milliarden Euro aus. 94 Prozent des Kreditvolumens entfielen auf Windkraftanlagen.
Vorsichtig zeigt man sich bei der Deutschen Kreditbank (DKB), die nach eigenen Angaben größte Finanziererin von Erneuerbare-Energien-Anlagen ist. In Bezug auf die EEG-Novelle sowie das Netzpaket warte man zunächst die weiteren Entwicklungen im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren ab, teilt eine Banksprecherin mit. (mf)
„Gesetze, die noch nicht einmal im Bundestag beraten wurden, dürfen nicht dazu führen, dass genehmigte und bezuschlagte Projekte ihre Finanzierung verlieren“, wird BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek zitiert. Die Bundesregierung müsse klarstellen, dass der Vertrauensschutz weiterhin gelte und die geplante Wirkleistungsbegrenzung nicht rückwirkend in genehmigte und bezuschlagte Projekte eingreife.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte bei der Vorstellung der Gesetzentwürfe markige Worte gewählt: „Wir beenden das EEG als Rundum-Sorglos-Paket“, so die CDU-Politikerin Ende Juli. Mit dem Netzanschlusspaket sollen aus ihrer Sicht neue Anschlüsse systemdienlich ausgelegt werden. Der Gesetzentwurf verbinde die Themen „Synchronisierung, Netzanschluss und Systemverantwortung zu einem sinnvollen Ganzen“, betonte Reiche. Juristen, die den Gesetzentwurf im Auftrag des BWE begutachteten, kamen zum Schluss, dass er verfassungswidrig sei.
Windpark-Projektierer bekämen besonders den sogenannten Redispatch-Vorbehalt zu spüren. Danach soll für neue Anlagen in kapazitätslimitierten Gebieten für bestimmte Redispatch-Maßnahmen die bisherige Entschädigung entfallen. „Wir schauen mit Sorge auf mögliche Folgewirkungen des sogenannten Redispatchvorbehalts im Netzpaket der Bundesregierung für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren“, teilt eine Sprecherin des Energiekonzerns EnBW gegenüber der Redaktion mit. „Die aktuell vorgesehene Regelung kann die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit sowohl von Wind- als auch von PV-Projekten spürbar beeinträchtigen.“
Im parlamentarischen Verfahren sollten daher insbesondere die Wechselwirkungen zwischen EEG 2027, Netzpaket und dem Regulierungsvorhaben Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) im Fokus stehen, so die EnBW-Sprecherin.„Die Kumulation von Baukostenzuschüssen, Redispatch-Risiken und weiteren Kosten wie zum Beispiel Einspeisenetzentgelten steigert die wirtschaftlichen Risiken für die Projekte und könnte einen Fadenriss beim Ausbau der Erneuerbaren verursachen“, erläutert sie.
DZ Bank: Mehr Geld für Erneuerbaren-Finanzierung
Und sie verweist darauf, dass EnBW über viele im Genehmigungsverfahren weit fortgeschrittene Projekte verfüge. „Diese Projektanzahl übersteigt aktuell die Menge dessen, was wir selbst finanzieren, bauen und in Betrieb nehmen können.“
In der Bankenwelt haben die Regierungspläne nicht überall eine Neubewertung von Projektfinanzierungen ausgelöst. „Das kann ich für uns nicht bestätigen“, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank (DZ Bank) zur Warnung des BWE. „Wir vermelden in unseren Halbjahreszahlen morgen (am 25. August, Anm. d. Redaktion) ein überdurchschnittliches Wachstum bei der Finanzierung von Erneuerbaren Energien (auch in Deutschland), und der größte Wachstumstreiber sind Windkraftanlagen.“ Die Bank, die mehrheitlich den deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken gehört, wies im Jahr 2025 ein Neukreditvolumen für Erneuerbare in Höhe von 1,7 Milliarden Euro aus. 94 Prozent des Kreditvolumens entfielen auf Windkraftanlagen.
Vorsichtig zeigt man sich bei der Deutschen Kreditbank (DKB), die nach eigenen Angaben größte Finanziererin von Erneuerbare-Energien-Anlagen ist. In Bezug auf die EEG-Novelle sowie das Netzpaket warte man zunächst die weiteren Entwicklungen im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren ab, teilt eine Banksprecherin mit. (mf)
Manfred Fischer
© 2026 Energie & Management GmbH
Montag, 24.08.2026, 18:01 Uhr
Montag, 24.08.2026, 18:01 Uhr
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